Mittwoch, 21. August 2019

ISO 45001: Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit

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Nach der Zertifizierung für ISO 9001 und ISO 14001 im Februar 2017 beginnt bei der Interiman Group eine neue Etappe. Seit Juni erfüllt das führende Unternehmen in der französischen Schweiz im Bereich Fest- und Temporäranstellung nämlich auch die Anforderungen der Norm ISO 45001, mit der die Sicherheit der Mitarbeiter erhöht und die Risiken am Arbeitsplatz verringert werden. Sabrina Tinguely, Verwaltungsleiterin und Qualitätsverantwortliche des ISO-Projekts, erklärt diese Zertifizierung im Detail, von der sowohl die internen Mitarbeiter als auch die Temporärmitarbeiter betroffen sind.

7'600. So viele Menschen sterben täglich weltweit infolge eines Arbeitsunfalls oder einer berufsbedingten Krankheit. Diese alarmierende Zahl, die von der Internationale Organisation für Normung (ISO) herausgegeben wurde, sagt viel über die Notwendigkeit darüber, dass Unternehmen adäquate Massnahmen annehmen, um ihre Mitarbeiter besser zu schützen. Viele Unternehmen kommen ihrer Verpflichtung nach, aber nicht alle gehen so weit, dass sie die Anforderungen der Norm ISO 45001 erfüllen, die sich speziell auf die Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit bezieht.

Hohe Standards bei der Interiman Group

Nach der Fokussierung auf die Servicequalität (ISO 9001) und das Umweltmanagement (ISO 14001), ist die Interiman Group seit Kurzem auch nach ISO 45001 zertifiziert. Dazu wurde im letzten Frühjahr ein Audit aller Filialen in der französischen Schweiz durchgeführt. Sabrina Tinguely ist innerhalb des Konzerns für das ISO-Projekt zuständig. Sie ist ausserdem die Leiterin der Verwaltungsabteilung. Sie hat sich mit dem Zertifizierungsprozess beschäftigt, der vor allem die internen Mitarbeiter und die Temporärmitarbeiter betrifft. Dies war für sie kein Neuland: «Wir haben uns schon immer für die Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter eingesetzt, vor allem in der Baubranche, für die wir einen eigenen Sicherheitsbeauftragten beschäftigen. Wir zeigen auch didaktische Filme, um auf die Risiken aufmerksam zu machen, die es auf einer Baustelle gibt. Mit der Norm ISO 45001 sind wir aber noch einen Schritt weiter gegangen. Wir haben unsere gesamten Prozesse und die Filialen unter die Lupe genommen, um sicherzustellen, dass die Anforderungen überall erfüllt sind.

Wie auch bei den vorherigen Zertifizierungen ist für die Norm ISO 45001 ab jetzt ein jährliches Audit erforderlich. Diese Audits werden von Sabrina Tinguely durchgeführt, die seit 16 Jahren beim Konzern arbeitet und sich immer weiterentwickelt hat bis zu ihrer heutigen Position. Sie ist mit allen Besonderheiten vertraut. Diese ausführliche Kenntnis der Tools zusammen mit der Erfahrung, die sie im Zuge der anderen Normen gewonnen hat, für die sie zuständig ist, machen sie zur idealen Person für die Aufrechterhaltung der hohen Standards, die die Interiman Group auf ihr Betreiben hin angenommen hat. «Die gelegentlich auftretenden Widersprüche zwischen den verschiedenen Normen machen die Arbeit besonders interessant. Solche bestehen beispielsweise zwischen der Norm über die Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter und der für das Umweltmanagement zuständigen Norm. Man muss geeignete Lösungen finden, um die verschiedenen Anforderungen unter einen Hut zu bringen. Dies ist eine sehr spannende Aufgabe.»

Die Interiman Group hat bereits Massnahmen eingeführt – und wird diese auch weiterhin fördern –, um die eigenen Mitarbeiter und Temporärmitarbeiter vor psychosozialen Risikofaktoren zu schützen. «Vor allem für letztere ist dies von grosser Bedeutung, da sie mit dem Unternehmen nicht vertraut sind, in dem sie arbeiten werden. Diese Begleitung ist vor allem dann wichtig, wenn wir die mit der Tätigkeit verbundenen Risiken und die Besonderheiten unserer Kunden erklären. So können sich die Temporärmitarbeiter schnell in ihr neues Team integrieren.»

Mehr Glaubwürdigkeit und Teambindung

Die Risikominderung ist einer der zentralen Bestandteile dieser neuen Zertifizierung, sie ist aber nicht allein auf die Ebene der Sicherheit beschränkt. Die Interiman Group legt viel Wert auf einen freundlichen Umgang am Arbeitsplatz und auf Arbeitsbedingungen, bei denen die Mitarbeiter ihre Aufgaben erfüllen können. «Jeder Filialleiter kann nach eigenem Ermessen Massnahmen umsetzen, die seiner oder ihrer Meinung nach die Erwartungen der Mitarbeiter erfüllen. Bei manchen kann dies eine kostenlose Yogastunde während der Mittagspause sein. Bei anderen ist dies möglicherweise ein Massagetherapeut, der in die Filiale kommt, und die Trapezmuskeln und den Nacken der Mitarbeiter lockert, die lange vor dem Bildschirm sitzen», so Sabrina Tinguely weiter.

Neben den Eigeninitiativen in den einzelnen Filialen möchte die Interiman Group optimale Arbeitsbedingungen für alle Teams schaffen. So erhalten beispielsweise alle Konzernmitarbeiter eine Woche lang Vaterschaftsurlaub – das Gesetz schreibt derzeit 1 Tag vor. «In diesem Zuge soll auch jeder Mitarbeiter wissen, dass die Konzernleitung immer ein offenes Ohr hat und bereit zu Gesprächen ist. So können wir zusätzlich zu den verschiedenen ISO-Zertifizierungen unsere Glaubwürdigkeit gegenüber unseren Partnern unterstreichen und unsere Mitarbeiterbindung erhöhen», so die Qualitätsverantwortliche abschliessend.

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